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Aktuelles

KRIMINOLOGIE & PÄDAGOGIK

zum 20jährigen Bestehen von STOP AND GO!

Freitag, 16. November

2018 in der Justizakademie NRW, Recklinghausen

Jugendliche, die Straftaten begehen, stehen im Mittelpunkt unserer gemeinsamen Arbeit.

In den vergangenen 20 Jahren ist viel passiert - der technische Fortschritt, gesellschaftliche Entwocklung und internationale Konflikte führen zwangsläufig zu neuen pädagogischen und auch justiziellen Herausforderungen.

Wie sind die Auswirkungen auf junge Menschen zu verstehen - und welche Form der Begleitung ist sinnvoll? Die Grundlage für einen Austausch sollen die Vorträge liefern: Aktuelle Forschung im Bereich der Lebensbedingungen und Bewältigungstrategien junger Menschen sowie Erkenntnisse der Gewaltforschung zu Gefährdung im Jugendstrafvollzug.

Wir laden Sie herzlich ein, miteinander zu diskutieren und auch ein wenig zu feiern!

Wir freuen uns auf Sie!

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Hier gelangen Sie zum aktuellen Newsletter mit der Einladung zu den nächsten Webinaren zum Thema:

"Rechtliche Ausgestaltung der Untersuchungshaftvermeidung und die besondere Bedeutung der Zusammenarbeit in der U-Haft- Vermeidung aus richterlicher Sicht".

Beschleunigungsgebot Zeit für pädagogische Arbeit

Einige Vertreter der Staatsanwaltschaften sahen die Nutzung der UHV im Konflikt zur Erfüllung des Beschleunigungsgebots im Kontext der U-Haft stehen. Dem entgegen steht die eher erzieherische Haltung, dass für eine angemessen professionelle Einschätzung der pädagogischen Erreichbarkeit und einer Perspektivklärung ein nicht zu knapp bemessener Zeitraum zur Verfügung gestellt wird. Im Durchschnitt beträgt die Verweildauer bei " Stop and Go!" 3 Monate. Das bedeutet, dass der maximale Rahmen von 6 Monaten in aller Regel nicht ausgeschöpft wird - selbst bei einer U- Haft -Verkürzung nach vorheriger U -Haft. Schlussendlich geht es um die dem "Einzelfall" angemessene Massnahme zu finden und formale sowie erzieherische Notwendigkeiten abzuwägen.

Fluchtsicherheit

"Stop and Go!" als pädagogisches Angebot bietet keine Fluchtsicherheit in Hinsicht auf bauliche Entweichungshindernisse. Das ist seit 17 Jahren so und auch von Seiten des Justizministeriums NRW gewollt. Die Anzahl der Jugendlichen, die sich der Massnahme dauerhaft entziehen wollen, ist vergleichsweise gering. Die konsequente Umsetzung des Prinzips "Strukturiert mit hoher sozialer Kontrolle" wirkt sich durchweg positiv aus. Der Appell an die betreuten Jugendlichen zur Verantwortungsübernahme gerade in dem Punkt "Gehen oder Bleiben" wirkt durchweg positiv. Die "offene Tür" dient der Sicherheit der Mitarbeiter und fordert von den Jugendlichen eine positive Entscheidung hinsichtlich der Bereitschaft zur pädagogischen Arbeit. Ist dies nicht der Fall, wird auch von Seiten der Teams von "Stop and Go!" ein Dialog mit der Justiz und der JGH hinsichtlich einer Beendigung der Massnahme gesucht. Eben "realistisch" ohne falsche Versprechen oder dem Versuch die mangelnde Verantwortungsübernahme seitens des Jugendlichen zu kompensieren.

Sprachkenntnisse eine Voraussetzung für Betreuung?

Aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen bilden sich auch in der Arbeit von „Stop and Go!“ ab. So stellt sich die Frage, ob denn Jugendliche ohne, oder mit geringen Deutschkenntnissen hier betreut werden können. Sicher ist eine Einzelfallbetrachtung nötig. Generell schließt allerdings die Unkenntnis der deutschen Sprache eine Betreuung nicht aus! An allen Standorten gibt es einschlägige Erfahrung mit der Betreuung Jugendlicher unterschiedlicher Herkunftsländer. Allerdings ist die Unterschiedlichkeit in der konkreten Zusammensetzung der Gruppe von Bedeutung. So ist eine „Paarbildung“ möglichst zu vermeiden! Grundsätzlich gibt es bis auf Ausnahmen positive Erfahrungen auch bei völliger Unkenntnis der deutschen Sprache.

Keine Bewährung in Aussicht- was macht Sinn?

Die Aussicht einer Jugendstrafe auf Bewährung erscheint bei der vorliegenden Straftat unwahrscheinlich. Was ist zu tun? Das Ziel der Betreuung durch „Stop and Go!“ ist nicht im Zusammenhang mit der zu erwartenden Strafe zu sehen. Es stellt sich hier die Frage: Was soll in der Betreuungszeit bis zur HV erreicht werden:

  • aus Sicht der Justiz
  • aus Sicht der Jugendhilfe im Strafverfahren
  • aus Sicht des Jugendlichen
  • zur Vorbereitung der Hauptverhandlung

Wenn sich im Einzelfall sinnvolle Ziele beschreiben lassen, ist eine Betreuung denkbar.

Auch die Frage: „Ist hier eine Untersuchungshaft die sinnvollere Alternative?“ gilt es zu beantworten. Falls diese Hürden genommen sind: Es bleibt eine besondere Anforderung für den Jugendlichen, die thematisiert und nicht tabuisiert wird. Dann kann der Aufenthalt bis zur HV bei uns die Chance für den Jugendlichen sein, erste Schritte in Hinsicht auf Verantwortungsübernahme für seine Taten und die Folgen dieser Taten für die Opfer zu zeigen. Unabhängig vom Ausgang der Hauptverhandlung. Wir befürworten vor Aufnahme einen hinreichenden Dialog mit allen Beteiligten und der Prüfung der Motivationslage des Jugendlichen.

Interesse?

Gern kommen wir auch zu Ihnen! Vereinbaren Sie einen Termin mit uns im Rahmen der "Rundreise U-Haft-Vermeidung". Es entstehen Ihnen von unserer Seite keine Kosten.

Schreiben sie uns eine E-Mail an: stop-and-go@intasco.de

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